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18. Oktober 2014

Albert WEIS @ Kunstverein Kohlenhof, Nürnberg

 

Albert WEIS, "come and go", solo show @ Kunstverein Kohlenhof, Nürnberg

ERÖFFNUNG: Samstag, 18. Oktober 2014 | 19.30 Uh
AUSSTELLUNG: 19.10. - 15.11.2014


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Im Mittelpunkt der Ausstellung im Kunstverein Kohlenhof stehen inhaltliche und formale Bezüge zur Geschichte der Stadt Nürnberg. Darüber hinaus untersucht die Ausstellung die spezifische räumliche Struktur des Ausstellungsraums und seiner unmittelbaren Umgebung.

Die titelgebende Installation come and go besteht aus mehrteiligen Neonskulpturen und Spiegel-wänden, die den Ausstellungsraum neu strukturieren und in einen suggestionsreichen Lichtraum verwandeln. Die Neons sind so geschaltet sind, daß sich kontinuierlich verändernde Licht- und Schattenstrukturen und sich wechselnde Farbräume ergeben. Die diffuse, nichtlineare Farbigkeit der Arbeit bezieht sich auf das vibrierende, bisweilen irritierende Licht der nächtlichen Großstadt und auf die Entwicklung der Elektroindustrie Nürnbergs im 19. und 20. Jahrhundert. Der Titel bezieht sich auf ein Bühnenstück von Samuel Beckett von 1966. Es beschreibt ein variierendes Spiel von Identitäten und den unwiederbringlichen Verlust von Vergangenheit.

taped (silver) ist eine ortsbezogene Wandarbeit, die sich auf die Dimensionen des Eingangsraums bezieht.. Für taped (silver) werden die Maße der Stirnwand auf einen Papierbogen übertragen. Dieser wird anschließend gefaltet und mit Aluminiumklebeband großflächig auf die Wand des Ausstellungsraumes angebracht. Die Lichtbrechungen in der Aluminiumoberfläche bewirken, daß die Oberflächenstruktur der Wand extrem sichtbar wird, während in den Bereichen, wo sich der gefaltete Papierbogen darunter befindet, das Aluminium eine fast glatte und spiegelnde Oberfläche erhält. Durch die mehrfache Faltung entsteht eine Reliefstruktur, die sich entlang der Kanten als Lichtbrechung abzeichnet. Es ensteht die Illusion einer dreidimensionalen Struktur, die wiederum Bezug nimmt zur polyedrischen Figur in Albrecht Dürer’s Kupferstich Melencolia I. Die Aluminiumoberfläche spiegelt den umgebenden Raum, das Licht und die Schatten. Je nach Standpunkt des Betrachters wird die Oberfläche hell reflektierend oder matt und fast unsichtbar.  Die Arbeit verwandelt sich über das reflektierende Licht in eine Lichtskulptur.  

Die Arbeit taped (silver) wird begleitet von einer Gruppe skulpturaler Arbeiten, den flexions. Diese bestehen jeweils aus einem Strang aus Aluminiumprofilen, die in unterschiedlichen Abständen an den Stegen aufgesägt und zu einer kristallinen Struktur gebogen wurden. Die Abstände entsprechen den Maßen des Modulors von Le Corbusier – einem Proportionssystem, das sämtlichen seiner Bauten zugrunde liegt und prägend für die Architektur der Moderne wurde. Die Skulpturen beziehen sich auf Albrecht Dürer’s Polyeder im Kupferstich Melencolia I wie auch auf die Maße des goldenen Schnitt und die der Fibonacci-Folge. Die flexions verweisen mit ihrer spezifischen Form auf die Idealvorstellungen der Moderne, deren städtebaulichen, gesellschaftlichen und utopischen Ideen sowie auf die vermeintlich dem menschlichen Maß angepassten Wohneinheiten Le Corbusiers. Durch absichtlich eingebaute Fehler und Abweichungen vom Modulor-System unterlaufen die flexions diese Idealvorstellungen jedoch. Lackfarbe im Inneren der Profile emotionalisiert die kristalline Form. Sie erinnert an schmutziges Öl in den Lamellen eines Motors oder an Reste von bunten Graffitis in den Stegen einer metallenen Fassade. 

Im mittleren Raum sind Papierarbeiten zu sehen, die Bezüge zum historischen sowie modernen Formenrepertoire im Stadtraum herstellen. Die Papiere werden im gefalteten Zustand mit Farb- und Rasterfolien beschichtet. Diese Folien, die zufällig in der Nähe von Nürnberg, in Erlangen, produziert wurden, waren in der Nachkriegsmoderne das Standardmaterial für Architekten und Grafiker bei der bildnerischne Gestaltung von Entwürfen. Entsprechend wurden mit den Rasterfolien besonders in den 50er bis 70er Jahren die Pläne und Blaupausen für die architektonischen Planungen erstellt. Die unterschiedlichen Punkt- und Linienraster überlagern sich bei den Papierarbeiten zu irritierenden Strukturen, die wieder an städtebauliche Strukturen der Moderne erinnern können.


siehe: www.kunstvereinkohlenhof.de
weitere Informationen zum Künstler: www.albertweis.com

 

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